Agrarsoziale Gesellschaft e.V.

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Evaluation des EQUAL-Projektes

“Job-Jumping Weserbergland”

AuftraggeberLandkreis Holzminden
Förderung aus Mitteln der Gemeinschaftsinitiative EQUAL


Bearbeitung


Dr. Dieter Czech,
Dipl.-Ing. agr. Ines Fahning


Stand


abgeschlossen
 

Aufgabenstellung und Zielsetzung

Die Weserbergland-Region hat mit den drei Landkreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg, gefördert durch die Gemeinschaftsinitiative EQUAL, von Februar 2002 bis Frühjahr 2005 das Projekt „Job-Jumping Weserbergland“ durchgeführt. Hierbei handelte es sich um ein Netzwerk für Beschäftigung, in dem kleinere und mittlere Unternehmen mit Akteuren der Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik zusammen geschlossen waren. Gemeinsam wurde in der ländlich strukturierten Region im südlichen Niedersachsen an maßgeschneiderten Lösungen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zur Förderung der Beschäftigung gearbeitet. Dabei hatte die Dimension der Chancengleichheit von Frauen und Männern einen besonderen Stellenwert. Im Rahmen einer länderübergreifenden Entwicklungspartnerschaft haben die relevanten Akteure des Arbeitsmarktes der Region ihr Know-how zur Erprobung aufeinander abgestimmter Maßnahmen für die Integration sozialhilfeempfangender und arbeitsloser Männer und Frauen mit Erziehungsaufgaben, insbesondere von Alleinerziehenden und Berufsrückkehrerinnen, eingebracht.
 

Methodisches Vorgehen

Die Evaluation des Projektes durch die ASG erfolgte sowohl als interne Projektfortschrittskontrolle, mit deren Hilfe rechtzeitig unerwünschte Abweichungen von der Planung festgestellt und notwendige Korrekturmaßnahmen frühzeitig vorgenommen werden konnten, als auch als Ex-post-Evaluation. Für alle Qualifizierungsmaßnahmen führte die ASG eine quantitative Datenerfassung mit standardisierten Fragebögen durch. Befragt wurden Teilnehmer/-innen, Unternehmensvertreter/-innen, die Projekt-Beraterinnen, die Leiterinnen der Kinderbetreuungseinrichtungen, Eltern und Tagesmütter. Darüber hinaus kamen qualitative Methoden — leitfadenorientierte Interviews, Experten- und Gruppengespräche, teilnehmende Beobachtung — zum Einsatz. Außerdem nahm die ASG an Besprechungen und Veranstaltungen im Projekt teil.
 

Erfolgreiche Integration von Arbeitslosen

470 Personen, zu über 90 % Frauen, wurden in neun Maßnahmen, die jeweils parallel in den drei beteiligten Landkreisen durchgeführt wurden, beraten und qualifiziert. Weitere 670 Personen nahmen an Informationsveranstaltungen teil oder wurden in Einzelgesprächen beraten. Das Ziel des Projektes, die Vermittlung der Zielgruppe der Sozialhilfeempfänger/-innen und Arbeitslosen mit Erziehungsaufgaben in den 1. Arbeitsmarkt, konnte bei einem Viertel der Teilnehmerinnen umgesetzt werden. Gerade vor dem Hintergrund einer sehr angespannten regionalen Arbeitsmarktsituation und den persönlichen Voraussetzungen der Teilnehmer/-innen ist diese Vermittlungsquote sehr hoch einzustufen.

Die Teilnehmer/-innen, die über eine der Maßnahmen einen Arbeitsplatz fanden, waren auch nach einem halben Jahr noch auf dem 1. Arbeitsmarkt beschäftigt (überwiegend in Teilzeitstellen und 400 €-Jobs). Bei den übrigen Teilnehmern/-innen wurden Feinziele wie die Herstellung der Vermittlungsfähigkeit, das Erstellen aktueller Bewerbungsunterlagen sowie die Vermittlung von EDV- und Deutschkenntnissen umgesetzt. Viele Teilnehmer/-innen wurden aus ihrer Isolation als Sozialhilfeempfänger/-innen und Arbeitslose herausgeholt. Der Kontakt zu den anderen Teilnehmer/-innen und die Formulierung neuer beruflicher Ziele führten zu einer deutlichen Stärkung des Selbstbewusstseins und zu einer Veränderung der Lebensperspektive. Ihre Bereitschaft (wieder) berufstätig zu werden, stieg und auch ihre Zugangschancen zum Arbeitsmarkt wurden verbessert. Einigen Teilnehmern/-innen wurde während der Maßnahme deutlich, dass sie zunächst ihre familiären Verhältnisse "klären" mussten, bevor sie berufstätig werden konnten.

Die Unternehmen bewerteten ihre Teilnahme an den Maßnahmen ü-berwiegend erfolgreich. In Bezug auf die Integration von besonders benachteiligten Zielgruppen wie Sozialhilfeempfängern/-innen, Arbeitslosen, Migranten/-innen und Menschen mit Behinderung in den 1. Arbeitsmarkt gaben die meisten Personalchefs an, dass sie diesen Personenkreisen gegenüber auch ohne die Teilnahme an EQUAL eine positive Einstellung hätten und sie einstellen würden, sofern die erforderlichen Qualifikationen von den Personen erbracht werden könnten. Insgesamt wurde das Projekt Job-Jumping Weserbergland von allen Beteiligten hoch geschätzt.
 


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